NetDisk

Die NetDisk-Technologie ermöglicht es, Datenträger eines entfernten PC über das Netzwerk wie lokale Datenträger zu nutzen. Im Unterschied zu Netzwerkfreigaben und Netzlaufwerken ist der Zugriff nicht auf Dateien und Ordner beschränkt, sondern es sind die einzelnen Datenblöcke (Sektoren) des entfernten Datenträgers zugreifbar.

Zusammen mit weiteren Informationen zum Datenträger wie z.B. Name, Seriennummer oder Typ verhält sich eine NetDisk genau so wie lokal angeschlossene Datenträger.

Komponenten

Die Verbindung von Datenträgern als NetDisks wird in einem Netzwerk mit zwei Komponenten realisiert:

Server

Die Serverkomponente wird über die NetDisk-Server App realisiert. Sie stellt die lokalen Datenträger des Systems, auf dem sie gestartet wurde, über das Netzwerk zur Verfügung.

Client

Als Client wird das System bezeichnet, das sich mit dem Server verbinden und dort quasi lokal verwenden lässt. Die Anbindung erfolgt über das NetDisk Applet.

Verwendung

1. Server vorbereiten

Zunächst müssen der oder die NetDisk Server gestartet werden, um seine Datenträger im Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Dazu dient die NetDisk-Server App. Hier kann auch ausgewählt werden, welche Datenträger des PC freigegeben werden sollen und ob auch Schreibzugriff erlaubt werden soll.

2. Einbinden auf dem Client

Sobald der oder die NetDisk Server gestartet sind, kann sich ein Client PC zu den freigegebenen Datenträgern verbinden. Dazu stellt man zunächst über das NetDisk Applet eine Verbindung zum jeweiligen NetDisk-Server her. Danach lassen sich dessen Datenträger je nach Freigabe einbinden.

3. Verwendung und Namenskonvention

Die eingebundenen NetDisks sind dann so verwendbar, als wären sie direkt am lokalen PC angeschlossen, und stehen in den entsprechenden Apps in den gewohnten Auswahllisten zur Verfügung. Ein entfernter Datenträger ist dadurch als NetDisk kenntlich, dass seinem Namen in der Liste ein '[@]' vorangestellt ist.

Abmelden

Wichtig: Da der Zugriff auf den entfernten Datenträger nach demselben Verfahren vor sich geht wie auf einen lokalen Datenträger, kann eine spontane Trennung der Netzwerkverbindung zu einem inkonsistenten Dateisystem-Zustand auf dem entfernten Datenträger führen, ähnlich wie beim unvorbereiteten Abziehen eines lokalen Datenträgers.

Daher ist es wichtig, einen NetDisk-Datenträger nach Abschluss der Verwendung auf dem Client PC immer abzumelden, bevor der NetDisk-Server auf dem entfernten PC beendet wird. Die Abmeldung geschieht ebenfalls über das NetDisk Applet.

Geschwindigkeit

Die Anbindung von Datenträgern über das LAN ist in den meisten Fällen langsamer als der Zugriff auf lokale Datenträger. Daher ist NetDisk vor allem für den Fall gedacht, wenn der lokale Anschluss von Quelle und Ziel nicht möglich ist. Hierunter fallen vor allem für Kopien von und auf Datenträger, die fest in einem PC oder Notebook verbaut sind und daher nicht anderweitig angeschlossen werden können. Die NetDisk-Integration wurde jedoch so konzipiert, dass sie auch frei für andere Szenarien verwendet werden kann. So ist es beispielsweise möglich, von einem Server aus Operationen zwischen zwei Clients vorzunehmen, also etwa von einem System C aus, in das die Clients A und B eingebunden sind, einen Kopiervorgang von A nach B auszuführen.

Hinweis: Je nach verwendeter Netzwerktechnologie und der damit erzielbaren Geschwindigkeit kann die Verwendung von NetDisk in vielen Fällen auch die Geschwindigkeit lokaler Datenträger erreichen, z.B. über 1/2,5/5/10 GBit LAN oder per Thunderbolt.